Der Oktoberfest-Musikwettbewerb geht in die zweite Runde.
Der Oktoberfest-Musikwettbewerb A Liad für d'Wiesn geht 2026 in seine zweite Runde. Nachdem die Premiere Fenzl für sich entscheiden konnte, wird der Wettbewerb 2026 mit dem gleichen Konzept fortgeführt. Gemäß den Teilnahmebedingungen können Beiträge bis zum 26. April eingereicht werden. Ein bislang nicht bekanntes Expertengremium trifft dann eine Vorauswahl und entscheidet, welche Lieder in die öffentliche Abstimmung kommen. In einer darauffolgenden öffentlichen Abstimmung vom 1. bis 28. Juni wird der Gewinner ermittelt, der am 1. August auf der Brass Wiesn vorgestellt wird.
Neu ist, dass die Lieder nicht vor März 2025 kommerziell veröffentlicht werden dürfen. Erfreulicherweise werden die Gewinner dazu verpflichtet, am 1. August einen Live-Auftritt durchzuführen. Letztes Jahr war die Darbietung der Finalistenlieder durch eine ansonsten unbeteiligte Partyband durchaus eigenartig. Außerdem werden die Festkapellen dazu verpflichtet, den Gewinnerbeitrag während der Wiesn mindestens einmal täglich zu spielen.
Wir unterstützen das Ansinnen des Wettbewerbs ausdrücklich und hoffen, dass sich heuer höherwertige Teilnehmer finden, insbesondere welche, die sich nicht als Sauflieder verstehen. Schließlich haben solche auf der Wiesn selten großen Erfolg und sind sicherlich auch keiner Förderung wert.
Erfreulich ist, dass der Gewinner nun schon am 1. August auf der Brasswiesn gekürt wird. Letztes Jahr erfolgte dort lediglich die Bekanntgabe der Finalisten, auf die eine erneute Abstimmung folgte, sodass der Gewinner erst wenige Tage vor Wiesnbeginn bekanntgegeben wurde. Um sich in den Bierzelten vor der Wiesn in dieser immer noch kurzen Zeit noch etablieren zu können, müsste das Lied dennoch im Radio rauf- und runterlaufen – und das nicht nur auf einem Partnersender. Zwischen dem Ende der Abstimmung am 28. Juni und der Gewinnerbekanntgabe liegt immerhin mehr als ein Monat, der dafür nicht genutzt werden kann.
Auch bei den Partybands, die landauf landab die Bierzelte beschallen, wäre jedoch ein Umdenken notwendig. Diese verstehen sich schließlich bislang nicht als Förderer bairischen Liedguts, sondern vorrangig als Abspieldienstleister angelsächsischer Popmusik.
