Wirtewechsel im Winzerer, Rückkehr der Zugspitzbahn?
Wie jedes Jahr erwarten wir auch für 2026 zahlreiche Neuheiten für das Münchner Oktoberfest. Auf dieser Seite sammeln wir bis Wiesnbeginn fortwährend alle Neuerungen, die uns bekannt werden. Unser Anspruch ist es dabei, von Wiesndamischen für Wiesndamische zu berichten und damit detaillierter als es andere Medien für gewöhnlich tun. Der Großteil der Neuheiten wird dabei im Mai bekannt, wenn die Zulassungen vergeben werden. Der Bierpreis folgt für gewöhnlich im Juni
Neuer Wirt für das Winzerer Fähndl
Das „Paulaner Festzelt“ bekommt nach der viel kritisierten Ära Arabella Schörghuber einen neuen Wirt: Lorenz Stiftl übernimmt nach Wienerwald/Zum Stiftl und der Schützenlisl je nach Zählweise bereits sein drittes oder gar viertes Wiesnzelt. Auch diesmal startet er in die Reservierungsphase mit der Abfrage von Menübestellungen, die es gemäß den Oktoberfest-Betriebsvorschriften eigentlich nicht geben dürfte. In seinen letzten beiden Zelten versuchte er sogar zweitweise einen Menüzwang durchzudrücken, was seinem steilen Aufstieg jedoch nicht geschadet hat.
Wenig erfreulich ist auch die große Zahl an Tischen, die erstmals für elf Gäste reserviert werden. Im Winzerer gibt es nämlich an den Boxentrennern, die selbst das Mittelschiff unterteilen, durchlaufende Bänke, die am Tischende einen elften Sitzplatz schaffen. Wer schon einmal an einem vollbesetzten Biertisch gesessen ist, weiß allerdings, dass selbst zehn hungrige Mägen aufgrund des mangelnden Platzangebots nur unter Anwendung äußerst platzsparender Esstechniken gleichzeitig zu füllen sind. Wer am Tischende sitzt, hat noch nicht einmal Platz für einen Teller, muss jetzt aber dennoch Markerl abnehmen. Dass gleichzeitig Menübestellungen durchgedrückt werden sollen, hinterlässt einen doppelt faden Beigeschmack.
Musikalisch stellt sich das Zelt neu auf. Mit Tetrapack wird auf eine neue Partyband für die Abendpause gesetzt. Als Festkapelle wird wieder auf Altbewährtes gesetzt: Rainer Herneks und die Ludwig-Thoma-Musikanten kehren erstmals seit der Pandemiepause wieder auf die Wiesn zurück. Die aus der Bäurosl bekannten Dachauer können damit gleich zur Winzerer-Premiere ihre 50 Jahre Oktoberfest vollmachen.
Neuer Wirt für die Schützenlisl
Das Volkssängerzelt der Oidn Wiesn ist seit der Pandemiepause ein Dauerbrenner in Gesprächen über die Wiesn. Heuer wurde der Platz abermals frei, da der bisherige Wirt Lorenz Stiftl, der das Zelt erst 2022 kaufte, schon wieder befördert wurde. Wie zuerst die TZ meldete, soll der bisherige Wirt der historischen Kegelbahn, Michael Bietsch, zusammen mit den Geschäftsführern der Münchner Suppenküche, Florian Fendtz und Manfred Kneifel, das Zelt übernommen haben und als Schützenlisl fortführen. Erfahren werden wir es am 28. April, wenn über die Zulassungen entschieden wird.
Neue Fahrgeschäfte
Obwohl oder gerade weil es 2026 etwas Bewegung in der Schaustellerbranche gibt – sogar eine neue Achterbahn könnte dieses Jahr noch ihre Festplatzpremiere feiern –, tun wir uns schwer mit einer Vorhersage, was es heuer Neues auf der Wiesn geben könnte. Keines der Großprojekte gehört nämlich einem Münchner Stammbeschicker, doch hat die Stadt in den letzten Jahren durchaus Flexibilität bewiesen, wenn interessante Neuheiten zu haben waren.
Was wir uns allerdings wirklich erhoffen, ist die Rückkehr der Münchner Zugspitzbahn. Diese hat nämlich den Besitzer gewechselt und dürfte uns heuer, frisch renoviert, wieder auf der Schaustellerstraße beglücken.
Das Wiesnplakat 2026
Dass auf die Wahl des Wiesnplakats geschimpft wird, ist ein Münchner Naturgesetz. Selten, wahrscheinlich sogar noch nie, war die Kritik jedoch so geballt wie dieses Jahr. Neben den Allzeitempörten, die es tatsächlich hinbekommen, aus der Verwendung der Grundfarben eine Beleidigung ihrer selbst abzuleiten, gab es laute Zweifel aus der Münchner Grafikgemeinde an der Rechtschaffenheit des Wettbewerbsgewinners Florian Hubers. Der Vorwurf lautet, er habe sich eines KI-Generators bedient, obwohl solche als Hilfsmittel ausdrücklich vom Wettbewerb ausgeschlossen waren. Das unfehlbare Wirtschaftsreferat wirkte mit seinem mangelhaften Interesse an einer Aufklärung außerdem nicht sonderlich beschwichtigend.



