Die meisten Speisekarten ähneln sich sehr auf der Wiesn. Doch es gibt ein paar Ausreißer samt recht unbekanntem siebten Wiesnbier.

Hendl, Schweinsbraten, Schweinshaxn, Enten, Kasspatzn, und so weiter. Die Speisekarten der Wiesnzelte ähneln sich je nach Kategorie sehr stark. Genauso wie in der Stadt selbst, muss man schon wissen, wo man hingehen muss, um aus der Uniformität der Speisenangebote ausbrechen zu können. Um diejenigen wertzuschätzen, die sich die Mühe machen, auf der Wiesn etwas anzubieten, das möglicherweise etwas aus der Zeit gefallen ist, und unseren Lesern bei der Suche behilflich zu sein, haben wir diese kleine Übersicht erstellt. Wenn Klassiker zunehmend verschmäht werden, gibt es schließlich irgendwann tatsächlich nur noch Hamburger. Auf anderen bayerischen Volksfesten drehen sich auch bereits die Dönerspieße.

Wie schnell ein großer Klassiker verschwinden kann, zeigt das Beispiel Schweinswürstl. Einst eines der ganz großen Gerichte auf der Wiesn, so groß, dass die Stadt für sie eine eigene Statistik erstellt, haben sie sechs der großen Zelte gar nicht mehr auf der Karte. Die nachlassende Attraktivität dürfte allerdings nicht zuletzt mit ihrer Bepreisung zusammenhängen. Schweinswürstl mit Kraut, die teurer sind als ein Hendl ergeben schlichtweg keinen Sinn.

Ein Klassiker, dem es bereits existenziell an den Kragen gegangen ist, ist das Saure Lüngerl. Allerdings hat sich dessen Situation 2026 etwas verbessert. Neben dem Augustinerzelts(13,50 €) hat es nun auch die Schützenlisl auf der Karte (19,80 €). Im Armbrustschützenzelt ist es lediglich am Mittwoch und Donnerstag auf der Mittagskarte (16 €). Ihr nächster Verwandter, das Kalbsrahmbeuscherl gibts im Festzelt Tradition (19,80 €). Bei der Bräurosl ist es heuer leider von der Karte geflogen. Überhaupt ist die neue Karte in dieser Hinsicht eine Enttäuschung. Der ehemalige Raritätenspitzenreiter hat nämlich die komplette Kronfleischküche gestrichen. Sogar die Blut- und Leberwürste, die es am Mittwoch gegeben hat, mussten gewöhnlicheren Gerichten weichen.

Das Schützenzelt hat 2026 die Spanferkelleber nach nur einem Jahr von der Karte gestrichen. Nur noch die Backerl (28,90 €) stechen jetzt heraus. Backerl gibs auch in der Ochsenbraterei, dort vom Rind und heuer deutlich günstiger als noch im Vorjahr (28,20 €), im Hackerzelt (27,50 €) und in der Knödelei vom Kalb (35,50 €).

Recht bekannt ist das Schlachtschüsselessen im Augustinerzelt. Blut- und Leberwurst, Wammerl, Sauerkraut und Kartoffelbrei gibt es dort jeden Mittwochmittag (17,20 €). Das Zelt bietet auch als einziges mit dem Hackerzelt Surhaxn an (24,30 €/21,80 €). Das ebenfalls einzigartige Gansjung steht leider nicht mehr auf der Karte.

Eine Schlachtschüssel bietet heuer auch die Käfer Wiesnschänke an. Deren wortreiche Beschreibung hat uns allerdings in erster Linie belustigt: „Die bei der Hofschlachtung in früherer Zeit nicht verwertbaren Teile wurden im Anschluss in einem großen Kessel gekocht und zum Dank mit allen Helfern am Tisch mit Senf, Salz und Pfeffer gegessen.“ In diesem Fall allerdings ist es am Gast, dankbar zu sein, in Form von 28,50 €.

Ebenfalls bemerkenswert ist das Poschnerzelt. Es ist das einzige, das Märzenbier, von Hacker-Pschorr, ausschenkt und das sogar aus dem Holzfass. Außerdem gibt es geröstete Hühnerleber, heuer auch wieder als Hauptspeise mit Knödel (23,90 €). Außerdem ist das Zelt für seine Hühnermägen mit pikanter Soße und Semmelknödel bekannt (24,50 €).

An den Standln gibt es zwar prinzipiell eine große Auswahl, doch relativ wenig Althergebrachtes. Erwähnen möchten wir allerdings den originalen Schaschlikspieß von Schaschlik Dehner (13 €) vor dem Armbrustschützenzelt. Dieser enthält nämlich, im Gegensatz zu den meisten Fleischspießen, auch Niere.