Der Wiesnpreisindex (WPI) misst die jährliche Preissteigerung auf der Wiesn anhand eines Warenkorbes.
Bereits seit 2013 erstellen wir jedes Jahr den Wiesnpreisindex (WPI), um die Preisentwicklung eines exemplarischen Wiesnbesuchs zu veranschaulichen. Dafür errechnen wir die Kosten eines Warenkorbs, der an einen Wiesnbummel einer vierköpfigen Familie angelehnt ist. Deshalb fließen bei uns nicht nur die Essenspreise, sondern auch die Preise von Fahrgeschäften und Standln und in die Erhebung ein.
Zusammensetzung des WPI
Der Warenkorb des WPI besteht aus zwei Maß Bier, zwei Spezi, zwei Hendln und einer Schweinshaxn, die alles in einem großen Zelt verzehrt werden. Auf der Schaustellerstraße gibt es anschließend vier Getränke, 100 Gramm gebrannte Mandeln, einen Schokoerdbeerspieß und eine kleine Portion Zuckerwatte. Dass diese auf der Schaustellerstraße gekauft werden, ist deshalb erwähnenswert, da die Preise in der Nähe der Bierzelte tendenziell eher höher sind.
Weil es auf der Wiesn erst dann richtig lustig wird, wenn sich alles dreht, kommen je eine Erwachsenen- und eine Kinderkarte für die Wilde Maus und Rund um den Tegernsee in unseren Warenkorb. Außerdem drei Fahrten Kinderkarussell sowie zwei Erwachsenen- und zwei Kinderkarten für das Riesenrad sowie das Teufelsrad. Dazu kommt noch eine Fahrt für einen Erwachsenen im Olympialooping.
Preisentwicklung 2026
Unser fiktiver Wiesnbummel belastet die Familienkasse 2025 mit 231,40 € und ist damit 1,85 % teurer als 2025. Das ist die geringste Preissteigerung seit 2016. Im Vorjahr lag die Teuerung noch bei 3,89 %.
Die Preise in den großen Zelten
Der Medianpreis für unseren Zeltbesuch liegt 2025 bei 107,90 € und damit 1,12 % über dem Niveau von 2025. Für gewöhnlich liegt die Steigerung auf deutlich höherem Niveau. Der Blick auf Speisenkarten führt heuer zu gar unglaublichen Erkenntnissen. Die Ochsenbraterei wurde nämlich um 2 % günstiger (102,40 €) und das Winzerer Fähndl gar um 9,3 % (109,80 €). Ansonsten bewegen sich die Preissteigerungen unter 2,3 %. Nur die Boandlkramerei liegt mit 3,4 % darüber.
Am teuersten ist unser Warenkorb heuer wie gewohnt im Weinzelt (128 €), danach folgt erstmals die Fischer-Vroni mit 115,40 €. Die ebenfalls teure Käfer Wienschänke und den Marstall können wir allerdings aufgrund ihres Haxnmangels nicht berücksichtigen.
Im Vorjahr noch als einzige unter 100 €, reißt auch die Augustiner Festhalle diese Marke und kommt nun auf 100,50 €. Damit bleibt sie dennoch am günstigsten, wobei die Ochsenbraterei dank der Preissenkungen mit 102,40 € inzwischen nah dran ist und das Festzelt Tradition mit 103,30 € nicht weit entfernt.
Weil die beschränkte Speisenauswahl das Preisgefüge der einzelnen Zelte nicht darstellen kann und es teils extreme Preisunterschiede für das gleiche Gericht in verschiedenen Zelten gibt, verweisen wir gerne auf unseren kleinen Preisvergleich der großen Zelte.
Schausteller und Fahrpreise
Das dritte Jahr in Folge bleiben die Preise an den Standln gleich. So sind für ein alkoholfreies Getränk auf der Schaustellerstraße weiterhin vier Euro zu entrichten und für eine kleine Zuckerwatte deren drei (teilweise aber auch 2 € oder 2,50 €). Für 100 g Mandeln sind meist fünf Euro zu bezahlen, nur teilweise noch 4,50 €, in einem Fall gar nur 4 €. Bavarian Sweets auf der Schaustellerstraße bepreist 200g Mandeln allerdings weiterhin mit nur 5 €. Es gibt jedoch auch zwei Ausreißer, die ganze 6 € verlangen. Getränke kosten bei vielen Ständen vier Euro. Nur beim Fischstand Hellberg in Straße 3 haben wir sie noch für drei Euro gefunden. Schokoerdbeeren kosten wie im Vorjahr schon sieben Euro.
Die Preise der Fahrgeschäfte auf dem Oktoberfest haben zumindest im Warenkorb stärker angezogen als die der Wirte. Das liegt jedoch nur am Aufpreis von einem Euro für das Teufelsrad (6 €) und einem weiteren Euro für den Olympialooping. Deser ruft nun sagenhafte 15 € und damit 2,50 € mehr als noch im Sommer in Hamburg und 50 % mehr als die Alpinabahn.
